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Digitale Sammlungen
Eine alte Dame hält Luftballons in der Hand und steht neben zwei Kindern und einem Hund, im Hintergrund ist das Wiener Riesenrad zu sehen
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Am 24. Oktober schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung bereits um 17 Uhr. Ersatzleseplätze werden zur Verfügung gestellt.

Am 8. November ist die Wienbibliothek wegen einer Tagung ganztägig geschlossen.

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Karl-Kraus-Archiv

Reisepass von Karl Kraus

Einer der größten Schätze der Wienbibliothek im Rathaus ist das dort beherbergte Karl Kraus-Archiv, das tausende von Manuskripten, Fahnen, Briefen und Lebensdokumenten umfasst. Karl Kraus, der sich für einmal Gedrucktes kaum mehr interessierte, überließ schon zu seinen Lebzeiten das Archivmaterial seiner Vertrauten Helene Kann, die er testamentarisch zu seiner Nachlassverwalterin bestimmte. Blieb Kraus selbst das Exil durch seinen frühen Tod im Jahre 1936 erspart, so ging doch ein Großteil seines literarischen und publizistischen Vermächtnisses ins Exil. Seine Freunde nahmen Teile des Nachlasses mit in die Schweiz, nach Schweden und in die USA. Alle erwähnten Bestandteile des Kraus-Archivs kamen nach 1945 im Abstand von über fünf Jahrzehnten wieder an die Wienbibliothek im Rathaus zurück, was naturgemäß eine uneinheitliche Aufarbeitung und Erschließung zur Folge hatte.

Projekt zur Neuorganisation des Kraus-Archivs

Seit 2012 läuft nun in Kooperation mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Geschichte und Theorie der Biographie ein zunächst auf vier Jahre befristetes Projekt, das sich sowohl die Neuorganisation des Karl Kraus-Archivs als auch die Erstellung einer virtuellen Biographie des streitbaren Publizisten zum Ziel gesetzt hat. Das vielfältige Material wird strukturiert anhand der Frage nach dem öffentlichen und dem privaten Karl Kraus, die in Buchbiographien bisher kaum konsequent behandelt werden konnte.

Die Rolle von Kraus als Vorleser steht dabei im Mittelpunkt des ersten Teils von "Karl Kraus Online", einer multimedialen, materialbasierten "Anti-Biographie" - seit 27. Oktober 2015 online. Hierbei handelt es sich keineswegs um ein neue biographische Interpretation oder ein rundes "Porträt" von Kraus – er wird vielmehr in seiner kulturgeschichtlichen Vernetzung und durch die Materialität seiner Arbeit erlebbar. In Objekten, Daten und Listen wird das Subjekt Karl Kraus und sein Kontext (entsprechend der Logiken alter Archivordnungen aber auch der neuen Social Media) erstmals ganz ohne textliche Interpretation zusammengesetzt und damit andersartig "vermessbar" und sehr verschiedenartig erforschbar. Entsprechend der Fragestellungen von UserInnen setzen sich die Teilchen immer wieder neu zusammen. "Karl Kraus Online" ist sowohl für Personen gedacht, die sich einen ersten Eindruck über den Vorleser Kraus oder das Kulturleben seiner Zeit verschaffen wollen wie auch für Wissenschaftler, die konkrete Forschungsfragen an das Material oder die verbundenen Daten haben.

Das Material selbst ist im Volltext in der Digitalen Wienbibliothek abrufbar.

Kontakt

Wienbibliothek im Rathaus
Handschriftensammlung
Dr.in Katharina Prager
katharina [dot] prager [at] extern [dot] wienbibliothek [dot] at