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farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Am 23. November und 5. Dezember schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung bereits um 17 Uhr. Ersatzleseplätze werden zur Verfügung gestellt.

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»So schön kann Wissenschaft sein!« Mit Kronprinz Rudolf im Unterricht, mit Kaiserin Elisabeth von Schloss zu Schloss, mit Arthur Schnitzler beim Villenkauf. Zeitkapseln aus der Sammlung Brigitte Hamann

Cover unter Verwendung der Fotografie Brigitte Hamann im Augustinerlesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek von Wolfgang Wilde, Hamburg, WBR

Ort und Zeit

2. Juni 2017 bis 26. Januar 2018
Montag bis Donnerstag 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Freitag 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Wienbibliothek im Rathaus, Ausstellungskabinett,
Rathaus, Eingang Felderstraße, Stiege 6, Glaslift, 1. Stock
Freier Eintritt!
Ausstellungseröffnung: 1. Juni 2017, 19:00 Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus

Zur Ausstellung

Am 4. Oktober 2016 verstarb mit der Historikerin und Biografin Brigitte Hamann eine der populärsten Wissenschaftlerinnen Österreichs, ja des deutschsprachigen Raums. Ihr Credo formulierte sie 1995 in einem Text zur Frankfurter Buchmesse so: "Es ist eine Freude, in Österreich Historiker zu sein. Öffentliche wie private Archive sind bis zu den Dachböden vollgestopft mit oft noch ungesichteten Quellen aus früheren Jahrhunderten. Wer die richtige Spürnase hat, kann jederzeit wichtige Funde machen."

Der Erfolg ihrer Sisi-Biographie aus dem Jahr 1982 beruhte auf solch einem Fund, denn Hamann war die erste, die den seit Anfang der 1950er Jahre als ungeöffnete Zeitkapsel im Schweizerischen Bundesarchiv liegenden literarischen Nachlass Kaiserin Elisabeths auswertete. Hamanns Gespür für die Wichtigkeit unikalen Materials spiegelt sich vor allem in einer ungeheuren Privatsammlung wider. Im Laufe ihres Lebens trug sie mit ebenso viel Leidenschaft wie Sachkenntnis Autographe, Manuskripte, Lebensdokumente und Fotografien zusammen, die zum einen mit ihren Schwerpunkten zum Hause Habsburg wie etwa Kaiserin Elisabeth, Maximilian von Mexiko und Kronprinz Rudolf in Verbindung stehen. Zum anderen stellten sie wichtige Quellen für "Hitlers Wien" oder ihre Beschäftigung mit der Familie von Richard Wagner dar.

In ihrer Sammlung finden sich aber auch Korrespondenzstücke von Ikonen aus Literatur, Musik und Wissenschaft wie Alexander von Humboldt, Thomas Mann und Richard Strauss, nicht zu vergessen der Kaufvertrag für die Villa von Arthur Schnitzler oder das Geburtstagsbuch Ernst von Hesse- Warteggs.
Zudem ersteigerte sie viele einzigartige Konvolute auf Auktionen und rettete unersetzliche Papiere zu vielen von den Zeitläuften verschütteten Biografien, etwa aus der Zeit des Exils. Dazu zählen die Splitternachlässe des Karikaturisten Erich Andreas Gold, des Journalisten Karl Mautner und des Jazzmusikers Fritz Szanto. Sie waren 1938 in die USA, nach Kolumbien und nach Shanghai geflohen – und wurden um ihre Karrieren gebracht.

All diese und andere Materialien erwarb Brigitte Hamann mit dem Ziel, sie einst auch in Buchform publik zu machen. Was ihr verwehrt blieb, unternimmt nun die Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus, die unter dem Titel »So schön kann Wissenschaft sein!« erstmals diese spannenden Zeitkapseln öffnet und präsentiert.

Mitwirkende

Ausstellungskurator: Marcel Atze
Ausstellungsgestaltung: Markus Reuter

Publikation

»So schön kann Wissenschaft sein!« Mit Kronprinz Rudolf im Unterricht, mit Kaiserin Elisabeth von Schloss zu Schloss, mit Arthur Schnitzler beim Villenkauf.
Zeitkapseln aus der Sammlung Brigitte Hamann.
Geöffnet und hg. von Marcel Atze unter Mitarbeit von Kyra Waldner.
Wien: Amalthea 2017
348 Seiten, 311 Abbildungen, € 35,--
ISBN 978-3-99050-093-4
Grafische Gestaltung Publikation: Perndl+Co.

Die Freiheitsstatue schlägt zurück. Postalische Anti-Hitler-Propaganda aus den USA, WBR
Friedrich Szanto: Resident Certificate, um 1943, WBR
Eintrag von Joseph Maria Olbrich im Geburtstagsbuch von Ernst von Hesse-Wartegg anlässlich der Weltausstellung in St. Louis 1904, WBR
Die Unterschriften der Verkäuferin Hedwig Bleibtreu und des Käufers Arthur Schnitzler auf dem Kaufvertrag für die Villa in der Sternwartestraße 71, WBR
Winifred und Siegfried Wagner, 1917. Foto: Ramme & Ulrich, Bayreuth, WBR
Brigitte Hamann, um 1995. Foto: Gerhard Bartl, Wien